cd-reviews (empfehlung)
Interpret: Joey Ramone
Titel: Ya Know
Label: BMG Rights Management (rough trade)
Erschienen: 25.05.2012

Bewertung:
Autor: 14 von 15 (dose)
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  Cover

Viel lebendiger als tot
Tracklist: 01. Rock 'n Roll Is The Answer
02. Going Nowhere Fast
03. New York City
04. Waiting For That Railroad
05. I Couldn't Sleep
06. What Did I Do To Deserve You?
07. Seven Days Of Gloom
08. Eyes Of Green
09. Party Line
10. Merry Christmas (I Don't Want To Fight Tonight)
11. 21st Century Girl
12. There's Got To Be More To Life
13. Make Me Tremble
14. Cabin Fever
15. Life's A Gas
Vor ziemlich genau elf Jahren verließ uns ein großer Mann des Punkrock – einer, der nicht auf dem Haustierfriedhof begraben werden wollte. Ramones-Sänger Joey Ramone hatte aber vor seinem ableben noch Zeit, Songs zu schreiben. Unterstützt von Gastmusikern wie Joan Jett, Little Steven Van Zandt, Richie Ramone, Bun E. Carlos oder Holly Beth Vincent veröffentlicht nun sein Bruder Mickey Leigh das zweite posthume Solo-Album eines Wegbereiters des Punk (nach „Don’t Worry About Me“ von 2002).

Natürlich haben posthume Veröffentlichungen immer einen Touch von „Geldmacherei“, sicherlich spielt Geld auch eine gewisse Rolle – aber beim Hören des Albums verlieren sich diese Gedanken, weil das Gehörte durch und durch gefällt. Es sammelt sich nicht um eine Sammlung von schlecht hörbaren B-Seiten für absolute Fans, sondern um ein in sich stimmiges und gradliniges Rock-Album, das zwischen alter Schule und Zeitlosigkeit hin und her springt und durch und durch eine markante und gute Figur macht. Die ersten drei Songs „Rock’N’Roll Is The Answer“, „Going Nowhere Fast“ und „New York City“ decken genau die Erwartungen ab, die potentielle Hörer bei „…Ya Know?“ haben werden – nostalgisch, genreübergreifend und verliebt in seinen unverkennbaren (Ramones-)Musikstil lassen Sie Joey Ramone wieder im Geiste aufleben.

Dass er auch anders konnte, das zeigt die gekonnte teils akustische Ballade „Waiting For That Railroad“aber auch der in den 60ern beheimatete Surf-Song „Party Line“ (Name ist Programm) weiß gut zu unterhalten. Und dass Joey Ramone schnell nicht nur im 3-Akkord-Punk sein zu Hause sah, das wird spätestens bei seiner Version von „Merry Christmas“ deutlich, in der man fast schon eine jazzige Note erkennen kann. Es finden sich also neben den Mid-Tempo Sounds der Ramones auch viele andere Spielarten und die machen posthum deutlich, was für ein kreativer Kopf Joey Ramone eigentlich war. Und so lässt einen das Album mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück: lachend, weil das Album durch und durch gelungen ist, weinend, weil er eben nicht mehr lebt und damit die Anzahl der (posthumen) Veröffentlichungen ein natürliches Ende haben werden.
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