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Interpret: Take That
Titel: Progress
Label: Universal Music
Erschienen: 19.11.2010

Bewertung:
Autor: 12 von 15 (dose)
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  Cover

Viel mehr als ein Boyband-Remake
Tracklist: 01. The Flood
02. SOS
03. Wait
04. Kidz
05. Pretty Things
06. Happy Now
07. Underground Machine
08. What Do You Want From Me
09. Affirmation
10. Eight Letters
Mädchenherzen zerbrachen, Manager und Label sahen Umsatzeinbrüche in Millionenhöhe auf sich zukommen und Take That alleine wussten vor 15 Jahren, dass ein Weitermachen vorerst keinen Sinn hat. Zerstritten gingen Streitigkeiten vor allem zwischen den beiden Leithammeln Robbie Williams und Gary Barlow auch lange nach der Trennung noch weiter. Eine Wiedervereinigung schien unmöglich doch alle Zweifler strafen Barlow und Williams nun Lügen. Mit „Progress“ gibt es Fortschritt im Take That Lager und keiner zweifelt daran, dass das durchaus gelungene aber wenig spektakuläre Comeback von Take That in höherem Alter zunächst ohne Robbie Williams nur der Vorbote sein wird für die Umsatzschlacht, die nun wieder anbricht.

Schon vor Veröffentlichung des ersten Albums von Take That in der kompletten Besetzung nach 15 Jahren gibt es Meldungen der Superlative. Die erste Single „The Flood“ ist schon jetzt eine der am häufigsten gespielten Singles der Band und in UK verkaufte sich das Album am ersten Tag alleine über 235.000 Mal und ist damit das am schnellsten verkaufte Album in UK. Die große Frage aber ist: Kann eine Wiedervereinigung der Väter aller Boybands (mittlerweile zu Men-Band mutiert) überhaupt funktionieren und wenn, wird die Musik auch überzeugen?

Natürlich hat schon der Opener und die erste Single „The Flood“ alles, was ein Take That Song haben muss – er hat streckenweise eine James Bond ähnliche Dramatik, klingt poppig, eingängig, leicht bombastisch und ganz und gar nach der Band noch bevor die Trennung vor 15 Jahren unausweichlich wurde. Manchmal denkt man hier, die Zeit wäre stehen geblieben und wenn man sich betrachtet, wie risikobereit und vielschichtig Robbie Williams alleine losgezogen ist hofft man, dass er etwas davon auch nach Take That rüber gerettet hat. Und schon mit dem zweiten Song „SOS“ wird die Hoffnung, dass die Band 15 Jahre älter und mit 15 Jahren mehr Erfahrung zu mehr Experimenten ausholt, doch tatsächlich erfüllt. Zwischen Stadion-Rock, flottem RnB, elektronischen Momenten und Funk-Elementen bietet das Album sogar deutlich mehr, als man (spätestens nach der Single) erwartet hätte. Dabei gelingt es Band und Produzenten, einen einheitlichen Sound beizubehalten der dazu führt, dass sich „Progress“ nicht wie krampfhaft zusammengesetztes Stückelwerk anhört, nicht aufgesetzt wirkt da auch ein Song wie „Kidz“, der streckenweise fast an die Gorillaz erinnert, durchaus passend. Oder nehme man Pretty Things, das im Aufbau was von Weezer hat und musikalisch an eine leichtere und lichtere Version von Depeche Mode erinnert.

Wer gut gemachten Pop mag, der kommt so oder so nicht daran vorbei, mal in „Progress“ von Take That reinzuhören und es ist zu empfehlen, das ganze Album anzutesten, denn es bietet mehr Facetten, als man vielleicht nach der ersten Single und der ganzen Vergangenheit der Band selbst vermutet hätte. Wie es weitergeht, das wissen die Meisten allerdings schon jetzt: Die Verkaufszahlen werden auch hierzulande Label die Freundentränen in die Augen treiben, es wird einige hoch in den Charts platzierte Singles mit gut gemachten Videos geben, eine kommende Tour wird dem Ganzen die Krone aufsetzen, alle (Label, Manager, Musiker und Fans) werden ein Stückchen glücklicher und bei all dem bleibt festzuhalten, dass „Progress“ überraschend gut geworden ist und damit ein guter Neuanfang ist (bei dem man bei der Ansammlung von reichen, egozentrischen Musikern das weitere Bestehen nie so ganz genau vorhersagen kann). Das ist doch schon besser, als eine Veröffentlichung bei der man das Gefühl hat, dass sie eher den Beginn des Untergangs einläutet. Frisch, poppig, abwechslungsreich und gut gemacht – Take That is back und 15 Jahre nach der Auflösung bietet die Band mehr, als ein schlecht gemachtes und unglaubwürdiges Boy-Band-Remake. Natürlich.
Ähnliche Band: Depeche Mode
Weitere vergleichbare Bands: U2, Madonna, David Guetta, Gorillaz
 
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