cd-reviews
Interpret: Rammstein
Titel: Rosenrot
Label: Universal
Erschienen: 28.10.2005

Bewertung:
Autor: 10 von 15 (dose)
Leser: 8 Punkte (Durchschnitt)


» Kaufen bei Amazon
» offizielle Website
  Cover

Wenn es kälter wird, wird es manchmal ruhiger...
Tracklist: 01. Benzin
02. Mann gegen Mann
03. Rosenrot
04. Spring
05. Wo bist du
06. Stirb nicht vor mir // Don't Die Before I Do Feat. Sharleen Spiteri
07. Zerstören
08. Hilf mir
09. Te Quiero Puta!
10. Feuer und Wasser
11. Ein Lied
Rammstein sind nicht nur eine ganz große Nummer in Deutschland, sie gehören sicherlich zu den Bands, die mitrelativ kompromissloser Musik und deutschen Texten international erfolgreich sind. Das martialisch marschierende, das den innersten Schweinehund befriedigt macht aus Rammstein das, was sie sind und die Texte sind meistens noch deutlich kranker, als die Musik oder die Live-Performances. Rammstein polarisieren, entweder man liebt sie, oder man kann überhaupt nichts mit ihnen anfangen. Das hat sich mit keinem Album geändert und auch "Rosenrot" macht da, wenn überhaupt, nur eine kleine Ausnahme.

Musikalisch sind Rammstein ruhiger geworden - natürlich ohne nicht mehr Rammstein zu sein. Die Texte sind krank wie eh und je. In einem Song heißt es "Mann gaygen Mann", in einem anderen dreht es sich um die Zuschauer bei einem Selbstmörder, der sich nicht entscheiden kann, zu springen. Nach "Du hast" vor einigen Jahren heißt es in ganz ähnlichem Stil nun in "Wo bist du": "Ich liebe dich nicht mehr, als du mich geliebt hast". Liebe? Singt er da von Liebe? Regiert also nicht mehr der Hass? Das Artwork des Albums "Rosenrot" zeigt ein im Eis leck geschlagenes Boot namens Rosenrot - wo ist all das Feuer hin? Also doch ein vollkommen verändertes Album? "Rosenrot" wirft also musikalisch jund optisch - trotz ähnlicher Strukturen - einige Fragen auf. Rammstein werden älter und man kann ja nicht sein Leben lang von Feuer, Wut und animalischen Dingen singen. Ganz verlieren Rammstein das aber auch nicht - animalisch geht es auch irgendwie noch zu, aber doch gesetzter.

Musikalisch macht sich die Weiterentwicklung der Band vor allem daran deutlich, dass hier Melodie Vorrang hat. Die typischen Rammstein-Gitarren gibt es noch, aber sie hüllen sich in ein trauriges melodisches Gewand. Das abgehackte, marschierende fehlt fast ganz und dadurch wirkt "Rosenrot" nicht mehr ganz so wuchtig, wie viele Vorgänger. Waren Rammstein zuvor noch eine wütende Beute tollwütiger Wölfe, klingt es jetzt mehr nach einem Rudel, das im Eis gefangen den Mond anheult. Die Musik wird Fans also weiterhin bewegen. die etwas gezähmteren Songs sind zwar sicherlich noch weit von Radiokompatibilität entfernt, biedern sich aber stärker an DarkWave Gesellen wie Janus und ähnlichen an.

Rammstein sind also weiterhin ganz sie selbst und zeigen auch immer noch ihre Zähne, manchmal wirds auch wieder härter als auf dem Vorgänger. Insgesamt aber überwiegt weniger die Wut, sondern die Melancholie, die Traurigkeit. Irgendwann hat auch der wütendste Löwe ausgebrüllt und zurück bleibt um so mehr Gefühl. "Rosenrot" ist also irgendwie anders, auf der einen Seite mit wesentlich weniger Biss und damit für viele sicherlich recht enttäuschend. Auf der anderen Seite aber zerbrechlicher und trauriger als je zuvor und damit wesentlich näher und lebendiger. Dabei dürfen einfache Brecher wie "Zerstören" natürlich nicht fehlen - aber auch hier überwiegen die flie0enden Gitarren, abgehackte Riffs tauchen nur noch seltener auf. Man betrachtet also die Veränderung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Was früher als einzelner Song wie "Seemann" zu begeistern wusste bekommt mehr und merh Aufmerksamkeit und Gewicht und "das weiße Fleisch" rückt mehr in den Hintergrund. Rammstein zeigen den zerbrechlichen Menschen, der hinter all der Feuergewalt steckt. "Rosenrot" braucht Zeit, um sich zu entfalten und seine eisig-blauen Schwingen auszubreiten.

Übrigens - die Bonus DVD mit dei Live-Songs ist zwar an sich sehenswert, aber kein Muss, weil wohl alle drei Songs auch auf der nächsten Live-DVD der Band enthalten sein werden. Es ist also ein schöner Vorgeschmack, mehr aber nicht, allerdings wird Fans der Band das Artwork des Digi-Packs der Limitierten Edition sicherlich gefallen.
Ähnliche Band: Janus
Weitere vergleichbare Bands: Joachim Witt, Megaherz
 
meinungen zu der veröffentlichung
Es wurden noch keine Meinungen zu diesem CD-Review veröffentlicht.
meinung schreiben
Um die Veröffentlichung bewerten zu können, musst du angemeldetes Mitglied der » Community von Dosenmusik und
» eingeloggt sein.
zurück zur Startseite
jetzt registrieren
Registrierte Mitglieder haben erweiterte Möglichkeiten auf dieser Website: Schreibrechte im Forum, Chat, Userprofile mit Buddylist und Bildergalerie, vollen Zugriff auf alle Bildergallerien, exklusive Gewinnspiele und vieles mehr. » hier direkt registrieren
Dosenmusik : der neue Shop
dosenmusik at Facebook Follow dosenmusik on Twitter RSS Feed
cd-empfehlungen
Asking Alexandria - From Death to Destiny I Is Another - I Is Another
Five Finger Death Punch - The Wrong Side Of Heaven and The Righteous Side Of Hell Alice in Chains - The Devil Put Dinosaurs Here
Heaven Shall Burn - Veto Le Fly - Grüß Dich Doch Erstmal!