cd-reviews
Interpret: Mad Sin
Titel: Dead Moon's Calling
Label: People Like You Records
Erschienen: 07.10.2005

Bewertung:
Autor: 13 von 15 (Born Toulouse)
Leser: 11 Punkte (Durchschnitt)


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  Cover

Wenn der Vollmond über Berlin schwebt...
Tracklist: 01. Intro
02. Point Of No Return
03. Fuel For Brains
04. To Walk The Night
05. Not Invited
06. Plastic Monsters
07. Brand New Gun (Bang Boom Bang)
08. Dead Moon
09. Houdinis Pool
10. Generation 69
11. 2xLove = 2x Pain
12. Underground
13. The Conspiracy Theory
14. Cannibal Superstar
15. Radio Psycho
16. T.C.S.
17. Apes On Parade
18. Gone Forever
...dann machen sich die düsteren Jungs mit tonnenweise Pomade in den Rocka-/ Psychobillytollen auf, die auch als Mad Sin bekannt sind, Lieder über dunkle Gestalten und die abgrundtief kranke Welt zu singen, während sie Benzin- und Alkoholdämpfe auf der Bühne inhalieren.

Neben den Meteors und Demented Are Go sind die Berliner nun so ziemlich die dienstälteste Psychobillyband, seitdem sich Fronter Köfte DeVille und Gitarrist Stein aka Dr. Solido (Gitarre) im Jahre 1987 zusammen gefunden haben. Ebenso lange wie es Deutschlands bekannteste Psychobillyband nun gibt, die beispielsweise auch US-Acts wie Tiger Army inspiriert hat, ranken sich auch sagenhafte Mythen um die weitgereisten Herren.

Der exzessive Rock'N'Roll-Lebensstil, Gefängnisaufenthalte, demolierte Backstage- und Hotelräume, ein seltsamer Majorlabel-Deal mit Polydor, der den Herren viel Geld und ein einziges Album bei der Firma bescherte und danach angeblich wieder einen Riesenkoffer voll Kohle, um von der Gehaltsliste des Labels zu verschwinden.
Über die Jahre hinweg haben sich die Hauptstädter eine treue Fangemeinde rund um den Globus gesichert, nicht zuletzt dank zugehöriger energiegeladener Liveshows.

In gleichen Maßen von Punkrockern, Rock'N'Rollern, Psychobillies und Skins geliebt, vereinen die 5 Musiker seit jeher gekonnt verschiedene Stile zwischen Psychobilly, Horrorpunk, Rock'N'Roll, County und Blues und schaffen mit dem gleichzeitig düstren Image eine besondere Note, ohne jedoch je in die peinlich-schwülstigen Gefilde von Gothic-Rockbands abzudriften.
Und auch dieses Album stellt da keine Ausnahme dar.

Das Intro bereitet den Liebhaber knackiger Psychobillymucke mit dem charakteristischen Klickerdiklacker-Kontrabass auf den Eintritt im Zirkus Mad Sin vor... wirre Lache, die von einem mies geschminkten Clown, der wohl am Liebsten Kinder zum Abendessen fressen würde, so wie er klingt, während der Vollmond aufs Zirkuszelt scheint und die Szenerie in ein besonderes Licht taucht. Die Manege öffnet sich für den Zuschauer, der auch gleich feststellt: der "Point Of No Return" ist nun erreicht...festgeschnallt kann er sich dem Horrorkarneval nicht mehr entziehen, wenn die Gitarren vor lauter Spielfreude durch die Gehörgänge wuseln und nicht mehr rauskommen wollen...der Bass treibend die Stücke voranpeitscht und sich Köfte DeVille die Seele aus dem Leib rotzt.

Festgeschnallt, denn auch bei "Fuels For Brain" wird das Gaspedal durchgetreten, so dass man fast Benzindämpfe zu riechen scheint, während die herrlich düster-morbide Atmosphäre nie zu Ende gehen scheint, wenn in "Houdini's Pool" das psychotische Xylophon eine Verneigung macht und man glaubt, dass im nächsten Moment Herman Munster durch die Tür tritt und einem die Pranken am Liebsten um den Hals legen möchte. Männer, Monster, Psychopathen, Irrsinn, soweit bisher die Gästeliste, die einem durch den Kopf schiesst.

Johnny Cash auf Speed und The Clash auf Amphetaminen treffen auf den Mad Sin-eigenen Psycho-Punkabilly, wies im Promo steht, gar nicht mal unpassend, dieser Vergleich...wäre sicherlich auch kein unpassender Soundtrack für einen klassischen Monsterhorrorstreifen aus den 50ern.

Sicherlich, im Rock'N'Roll darf der Sex nicht fehlen... der wird auch ne halbe Minute mit "Generation 69" bedient... und die reizende Patricia, die Fronterin der Horrorpops, unterstützt die Jungs beim Titelsong "Dead Moon" mit dem, was die üppigen Lungenflügel so hergeben. Auch der gute Lars Frederiksen soll irgendwo einen Gastauftritt haben, den konnte ich in den Wirren des Horrorzirkus aber nicht so recht heraushören.

Am Ende dann, wenn der Zirkus vorerst die Pforten schliesst, kündigt das relativ ruhige Stück "Gone Forever" die Vorherrschaft der Untoten an, die dann über die Erde wandern werden und lässt den Punkgourmet mit Faible für Horrorstreifen mit einem wohligen Grinsen auf der Fresse zurück.

Nun denn...sind Mad Sin denn nun böse? Ja klar, aber dies auf ne gute Art und Weise....Freunde von Horrorpunk und Psychobilly, die auch Wert auf eine durchgehend gehaltene düstere Atmosphäre bei Rockriffen, die bei hohem Tempo in den Arsch treten, stehen: kauft das Ding!!!
Gewohnt hohe Klasse von den Berlinern, ein Album wie aus einem Guss, das alles hat, was eine Scheibe zwischen Rock und Punk braucht. Wer hier nicht zumindest mitwippt, mag keinen Rock'N'Roll, oder ist (un)tot (obwohl er/sie gerade dann zum Fanclub, dem "Sindicate" gehören müsste).
Ähnliche Band: Demented Are Go
Weitere vergleichbare Bands: Tiger Army, Nekromantix, The Meteors
 
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