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Interpret: Snacktruck
Titel: Spacial Findings 1-7
Label: Rorschach Records
Erschienen: 03.11.2009

Bewertung:
Autor: 12 von 15 (Dividuum)
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  Cover

All you can eat
Tracklist: 01. Presence Charm
02. Blooms (Horrible)
03. Blooms (Sweet)
04. Second Level
05. Life Prism
06. Blake Jones in Space
07. Gravi-Thron
08. The E/ The NY
Ursprünglich sind Snack Truck aus Richmond, Virginia, als Zweier-Formation an den Start gegangen, welche auf dem Debut „Harpoon“ von 2004 die Kunst zelebrierte, nur mit Schlagzeug, Gitarre und Keyboard herrlich bekloppten, chaotischen Screamo zu fabrizieren, welcher der spärlichen Besetzung zum Trotz nach ganz dicker Hose klang. Mittlerweile haben sie sich zu einem Trio vermehrt, hinzugekommen ist ein zweiter Schlagzeuger und auch die musikalische Marschrichtung hat sich dahingehend geändert, dass man das Endergebnis vielleicht noch am ehesten als instrumentalen Post-Rock fassen kann. Gleich geblieben ist der Hang zur kunstvoll durchgeknallten Frickelei und so ist „Spacial Findings 1-7“ alles andere als leichte Kost.

Vorab gab es „Spacial Findings 1-4“ als 7“, auf „Spacial Findings 1-7“ sind noch drei weitere unveröffentlichte Songs zu hören, die während der gleichen Session aufgenommen wurden. Man hört der Platte an, dass Snacktruck eine Band ist, die im Studio voll aufdreht und ihre kranken Ideen vorzugsweise beim Jammen entwickelt. Diese packen sie dann in gerade mal etwas über 27 Minuten, von denen jede einzelne zugeballert ist mit abgedrehtem schnellen Geschraddel, lustigen Tempiwechseln und sich duellierenden Drum-Sets, die für mächtig Druck sorgen, Krach-Attacken, die fließend in ruhigere Parts mit einer einsam klampfenden Gitarre übergehen, um dann wieder in eine vielschichtige Kakophonie auszubrechen, quietschenden Feedback-Schleifen und weirden Keyboard-Effekten. Stellenweise klingt das ein wenig, als würde ein kaputter Spielautomat Amok laufen und sich mit den anderen Instrumenten prügeln, exemplarisch hierfür steht zum Beispiel „The E/ The NY“. Snacktruck machen eindeutig Musik für Musiker und für den normalsterblichen Musikliebhaber kann diese geballte Ladung Irrsinn zuweilen recht anstrengend werden. Das ist dann aber auch schon das Einzige, was man an dieser Platte kritisieren kann, und bedeutet im Umkehrschluss, dass hier keinesfalls Langeweile aufkommt. Das gewisse Durchhaltevermögen, das man für dieses Album braucht, wird jedoch mit Songs wie beispielsweise dem majestätisch nach allen Seiten ausufernden „Gravi-Thron“ entlohnt, der ganz harmlos und unscheinbar anfängt und sich Schicht für Schicht auftürmt, bis er einen förmlich überrollt mit seinen fetten schweren Gitarren, die dann wiederum in leise sphärische Passagen verebben, die ein schräges Keyboard dominiert, nur um im Anschluss wieder voll auf die Zwölf los zu galoppieren. Die Steuermänner dieses Imbisswagens haben - und das ist im besten Sinne gemeint - tierisch einen an der Waffel, und wer hier einsteigt, darf sich auf eine wilde Fahrt gefasst machen, bei der man ohne Landkarte irgendwo zwischen Math-, Prog-, Experimental-, Noise- und Stoner-Rock auf einer Strasse entlang donnert, die direkt ins Land des frei flottierenden Wahnsinns führt.

„Spacial Findings 1-7“ ist gewiss keine Platte, die als kleine Mahlzeit zum schnellen Wegsnacken zwischendurch geeignet ist, viel eher gleicht sie einem überbordenden Buffet, das eine reichhaltige Fülle an verrückten Einfällen auftischt, zubereitet und serviert von technisch hochversierten, aber auch irgendwie liebenswert psychotischen Köchen. Das ist mit Sicherheit schwer verdaulich, doch für den Musik-Gourmet ein echter Leckerbissen.
Ähnliche Band: Ultra Dolphins
Weitere vergleichbare Bands: Brainworms, Battles, Russian Circles, Don Caballero, Trans AM, Lightning Bolt, Mens Recovery Project
 
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