cd-reviews (empfehlung)
Interpret: Biffy Clyro
Titel: Only Revolutions
Label: Warner Music
Erschienen: 06.11.2009

Bewertung:
Autor: 13 von 15 (Dividuum)
Leser: 11 Punkte (Durchschnitt)


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  Cover

Im Bunde mit göttlichen Mächten und teuflischen Kräften
Tracklist: 01. The Captain
02. That Golden Rule
03. Bubbles
04. God & Satan
05. Born On A Horse
06. Mountains
07. Shock Shock
08. Many Of Horror
09. Booooom, Blast & Ruin
10. Cloud Of Stink
11. Know Your Quarry
12. Whorses
Die drei Schotten von Biffy Clyro sind ja längst keine Unbekannten mehr und nun legen sie ihr mittlerweile 5. Album vor. „Only Revolutions“ ist nach „Puzzle“ das zweite Album, das Biffy Clyro auf einem Major-Label veröffentlicht haben und man merkt dem Album an, dass sie sich damit scheinbar ganz wohl fühlen, denn es ist eine konsequente Weiterführung des Vorgängers. Die Platte strotzt nur so vor selbstbewusster Energie, unterstützt von fetter Produktion, für die wie auch schon bei „Puzzle“ GGGarth Richardson (Rage Against The Machine, Sick Of It All und viele mehr) verantwortlich war. Abgemischt wurde das Ganze von Andy Wallace (Nirvana, Slayer, Sonic Youth, Foo Fighters, etcpp). Hier wird definitiv nicht gekleckert. Und auch thematisch nehmen sich die Herren aus Glasgow der ganz großen Fragen über Gott, den Teufel und die Welt an. Wer jetzt denkt, Biffy Clyro seien vom Alternative-Post-Rock-Himmel direkt in die Hölle des Mainstream gefallen, der hat weit gefehlt, denn das Trio hat seine eigene kühle Nische irgendwo dazwischen etabliert – teuflisch gut und himmlisch schön.

Nichts weniger als große Hymnen werden hier aufgetischt, und wem ein gewisser Pop-Geschmack mundet, der wird sich an diesen perfekt arrangierten Rocksongs mit massiven Ohrwurmqualitäten akustisch satt essen können. Schon der Opener „The Captain“ trägt dick auf, bombastische Bläsersätze schallen einem entgegen und auch Orgelklänge kommen zum Einsatz. Bei der Orchesterverstärkung haben sie sich Hilfe von dem amerikanischen Komponisten David Campell geholt, womit ein weiterer großer Name diese Platte ziert, da dieser beispielsweise schon mit Bob Dylan, den Rolling Stones, Metallica, aber auch Radiohead und Death Cab for Cutie zusammen gearbeitet hat (und nebenbei bemerkt der Vater von Beck ist). Wo wir schon bei großen Namen sind: Bei „Bubbles“ zupft dann sogar ein gewisser Herr Josh Homme an der Gitarre. Dessen Einfluss würde man eher bei knackig schroffen Rock’n’Roll-Brettern wie „That Golden Rule“, „Boooom, Blast & Ruin“ oder „Cloud of Stink“ vermuten. Und um das gesamte Spektrum abzudecken sind dann auch noch ein paar Balladen mit draufgepackt, die mal gelungen, mal überladen und zuckersüß sind: „God & Satan“ ist eine schöne Akustik-Ballade mit großartigen Lyrics („I talk to God as much as I talk to Satan cause I want to hear both sides“), bei „Many of Horror“ und „Know your Quarry“ wird’s dann schon ziemlich kitschig, trotzdem kann man sich diesen Songs nicht entziehen, denn sie fressen sich zielsicher in den Gehörgang. Als Kontrast fungieren etwas verschrobenere Stücke wie “Born on a Horse”, wo mit merkwürdigen Elektrobeats und total sinnfreiem Text schottischer Humor durchblitzt. Bei „Mountains“ wundert man sich dann auch nicht mehr, warum sich dieser Song als Vorab-Singleauskopplung direkt in den britischen Top Ten breit machte: Das ist mitsingtauglicher Indie-Pop vom Feinsten. Der gelungenste Track ist neben „That Golden Rule“, dem wohl härtesten Stück, „Shock Shock“, in dem die Gegensätze des Albums herrlich zusammenlaufen, hier treffen schöne Melodien und intensiver Gesang auf vertracktere Rhythmen und treibende Gitarren.

Okay, die abgedreht-experimentellen Zeiten sind für Biffy Clyro wohl nun vorbei und klar werden die eingefleischten Fans der ersten drei Alben der Band genug Gründe dafür finden, zu behaupten das schottische Trio habe seine Seele verkauft. Wenn man sich aber davon frei machen kann, ist „Only Revolutions“ einfach nur ein Hammeralbum, das unglaublich viel Spass macht. Was lernen wir daraus? Mainstream ist nicht notwendigerweise der Ursprung allen Übels der Musikwelt. Denn trotz Eingängigkeit, prominenter Unterstützung und Pop-Appeal bleiben Biffy Clyro eine Ausnahmeband und schlagen dem Teufel mit verschmitztem Grinsen ein Schnippchen.
Ähnliche Band: Foo Fighters
Weitere vergleichbare Bands: Jimmy Eat World, Blackmail, My Bloody Valentine
 
meinungen zu der veröffentlichung
28.02.2010 | 13:39 Uhr | der mann aus wü: 11 Punkte gut gemacht, tut niemandem weh und biffy clyro machen einfach nur ihr ding weiter. keine offenbarung, aber sehr hörbar und nicht weiter zu kritisieren.

05.01.2010 | 10:42 Uhr | ian: 13 Punkte @Dose: Du bist ja auch in der Zwischenzeit noch älter geworden ;)

18.12.2009 | 14:53 Uhr | dose: 10 Punkte Biffy Clyro im iNterview
watch here: www.youtube.com/user/1NterviewTV
and here: www.i-nterview.tv

18.12.2009 | 11:43 Uhr | Maxilla: 13 Punkte Mit Infinity und Vertigo ist das Album schwer zu vergleichen, aber insgesamt gefällt mir 'Only Revolutions' deutlich besser als Puzzle. Es klingt einfach wieder mehr so, als wüssten sie tatsächlich, was sie vorhatten: Ein großartiges, absolut unlangweiliges Popalbum zu schreiben.

Nette Rezension übrigens, ganz meine Meinung.

17.12.2009 | 10:04 Uhr | lui: 10 Punkte dieses album ist ganz ok. finde die vorgaenger besser.

16.12.2009 | 17:16 Uhr | dose: 10 Punkte ich brauche vergleichsweise lang um hier reinzukommen. beim letzten album ist mir das irgendwie leichter gefallen

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