cd-reviews
Interpret: Caliban
Titel: Say Hello To Tragedy
Label: Century Media
Erschienen: 21.08.2009

Bewertung:
Autor: 9 von 15 (hollow_crown)
Leser: 4 Punkte (Durchschnitt)


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  Cover

Wenn die Ufer in weiter Ferne liegen
Tracklist: 01. 24 Years
02. Love Song
03. Caliban's Revenge
04. End This Sickness
05. Walk Like The Dead
06. No One Is Safe
07. Liar
08. The Denegation Of Humanity
09. Unleash Your Voice
10. All I Gave
11. In The Name Of Progression
12. Coma
A Small And A Grey Heaven, Vent und Shadow Hearts. Die Wurzeln einer Band, die sich selbst von innen auffrisst. Fällt der Name Caliban, wird man sicherlich auf so viele Meinungen stoßen, wie fast kaum einer anderen Metalcore-Band je zu Teil werden. Caliban polarisieren mit ihrer Musik. Caliban rufen in jedem Hörer etwas anderes hervor, das kann man mit Sicherheit sagen. Aber all das ist nichts Neues. Neu ist das Album: Say Hello To Tragedy. Von Roadrunner Records vor die Tür gesetzt, kommt schließlich nach sechs Full Length Alben und zwei Split Programmes mit Heaven Shall Burn das siebte Werk. Kann man dieses mit abergläubischen Denkweisen vom verflixten siebten Ehejahr assoziieren? Ist das hier der Scheidepunkt einer langen Karriere? Fragen über Fragen. Diesen will ich in den nächsten Zeilen genauer auf den Grund gehen.

Caliban sind sauer, wütend, angepisst. Das hört man direkt, wenn man den Opener-Track "24 Years" anspielt. Alles wirkt wesentlich aggressiver, denn hier hat man selbst auf das sonst so obligatorische und epische Klavier Intro verzichtet und steigt einfach direkt ein. Das steht der Platte gut und ist mal etwas neues, wobei am Anfang doch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Hoffnung, dass auf diesem Album keine cleanen Gesangsrefrains zu hören sind, gibt man bei diesem Anfang beinahe auf. Wie gesagt: beinahe! Denn die Befürchtungen bestätigen sich mit dem dritten Track "Caliban's Revenge". Caliban kann nicht mehr ohne diese Komponente funktionieren. Cleaner Gesang, der live nur mäßig umgesetzt wird, ist auch auf dieser siebten Platte zu hören. Wen dieses Faktum schon gestört hat, als der vierte Silberling "The Opposite From Within" 2003 erschien, den dürfte "Say Hello To Tragedy" wenig interessieren, denn 3/4 des Albums bestehen eben aus dieser üblichen Mixtur aus Selbstkopie, As I Lay Dying Remake und neuerdings noch um einiges stärker und deutlich werdend: Breakdowns à la Emmure. Einige der Songs wirken sehr gezwungen und unpassend zusammengestellt, da die Riffs eher miteinander konkurrieren, als sich zu ergänzen (Coma, In The Name Of Progression, All I Gave). Es wirkt, als hätten Caliban versucht unvorhersehbar zu sein, aber die Überraschungen gehen eher in die völlig falsche Richtung. Man treibt immer mehr vom eigentlichen Ufer weg und droht letztendlich ziellos unterzugehen.

Der Höhepunkt des Albums scheint nach dem Song "Love Song" schon vorbei zu sein, denn dieser ist in meinen Augen der einzige der kontinuierlich gut strukturiert und umgesetzt wirkt (wohlgemerkt ohne cleanen Gesang!). Danach fällt der Maßstab immer mehr ab und das Album kann höchstens noch mit dem Song "The Denegation of Humanity" punkten, denn der enthält epische Melodien kombiniert mit Up-Tempo Parts und brachialen Break- und Moshparts. Ernüchternd ist das Resultat also. So merkt man erstmal, wie viel Ironie in dem Albumtitel steckt, denn der Tragodie kann direkt ins Auge geblickt werden. Viele elektronische Elemente wie Synthie und Keyboard-Einlagen sind auch wiederzufinden, die die brachiale Atmosphäre eher auf die Schippe nehmen, als sie positiv zu unterstreichen. Live wird das wohl noch viel schwerer umsetzbar sein. Caliban haben also nichts dazugelernt. An Überproduktionen wurde hier nicht gespart, eher im Gegenteil. Hätte man mehr auf diese verzichtet, hätte das Album sicher einiges an Brutalität gewonnen und sich mehr den einstigen rohen und puren Wurzlen angenähert. Dies scheint aber keineswegs mehr das Ziel zu sein. Wo der Weg im Endeffekt hinführen soll, kann man aber auch nicht klar erkennen.

Im allgemeinen ist das Album nicht wirklich rund und kompakt. Als Hörer fällt es eher schwer klare Songdefintionen zu durchschauen. Die Frage, die sich zu Beginn stellte, kann also unschwer beantwortet werden: hier ist kein neues Meisterwerk entstanden. Vielmehr stehen Caliban an einem Scheidepunkt ihrer Karriere. Die musikalische Kreativität geht völlig unter, da man hier Wert auf Sound und Umsetzung, als auf innovative Ideen gelegt hat. Weniger ist doch oftmals mehr. Schade.
Ähnliche Band: As I Lay Dying
Weitere vergleichbare Bands: Killswitch Engage, Heaven Shall Burn, Emmure
 
meinungen zu der veröffentlichung
03.09.2009 | 22:31 Uhr | hollow_crown: 9 Punkte ich glaub das braucht man nicht zu kommentieren. ;>

01.09.2009 | 17:32 Uhr | dose: keine Wertung Das neue CALIBAN Album „Say Hello To Tragedy“ ist auf Platz #36 der offiziellen deutschen Media Control Charts eingestiegen.

„Wir möchten die Gelegenheit nutzen und jedem von Herzen für die großartige Unterstützung von CALIBAN danken! CALIBAN sind wieder in die deutschen Charts eingestiegen und das ist ein weiterer Beweis, dass wir uns auf unsere Fans absolut verlassen können. Am Donnerstag, d.h. am 3. September, werden wir einen Clip von unserer Releaseparty posten. Jeder der vor Ort war, kann noch mal in schönen Erinnerungen schwelgen und alle, welche die Party verpasst haben, können so zumindest einen Eindruck bekommen, wie wir die Veröffentlichung unseres neuen Albums gefeiert haben. Vielen, vielen Dank für alles! (CALIBAN, 1. September 2009)“

Neben dem Einstieg in den Album Charts landete „Say Hello To Tragedy“ auch auf Platz #71 der offiziellen deutschen Download Albumcharts – ein weiterer Erfolg in der Bandgeschichte.

Das neue Video zum Song „Caliban’s Revenge“:
http://www.youtube.com/watch?v=uX8SxXFo85o

23.08.2009 | 22:20 Uhr | dose: keine Wertung ich fands bisher gar nicht so schlecht - auch die reduktion des gesangs und auch der etwas höhere anteil an (keyboard)samples für etwas mehr oder andere atmosphäre und die leichten emmure-versuche finde ich nicht schlecht. sicher, es ist noch nicht ganz rund, aber eine richtige richtung. aber ich erwarte auch keine "small boy" oder "Vent" oder so mehr - sind halt die deutschen kse oder aild ;)

23.08.2009 | 18:11 Uhr | coney: 4 Punkte Voll für die Wurst! 1x durchgehört und ins Nirvana geschossen. 4 Punkte für mein schlechtes Gewissen. Ich wusste ja eigentlich, was mich erwartet, aber ich versuchs immer wieder. Da halt ich mich weiterhin an die ersten 3 Alben, alle paar Monate kicken die noch ganz gut.

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