cd-reviews (empfehlung)
Interpret: Get Well Soon
Titel: Rest Now, Wary Head!
Label: Do It Yourself
Erschienen: 18.01.2008

Bewertung:
Autor: 13 von 15 (kollo)
Leser: 11 Punkte (Durchschnitt)


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  Cover

Phantasievolle Reise in eine eigene Welt
Tracklist: 01. prelude
02. we are safe inside while they burn down our house
03. christmas in adventure parks
04. it is a race for our new home
05. people magazine front cover
06. if this hat is missing i have gone hunting
07. help to prevent forest fires
08. i sold my hands for food so please feed me
09. witches! witches! rest now in the fire!
10. your endless dream
11. you/aurora/you/seaside
12. born slippy nuxx
13. we are cannibal corpse
14. my automatic heart
15. lost in the mountains (of the heart)
16. coda
Da wir ja bei Platten einheimischer Bands desöfteren über die Problematik geschrieben haben, daß sie zu oft zu stark an englische oder amerikanische Vorbilder angelehnt sind sei diese Rezension einer Band gewidmet, die es geschafft hat, sich im atmosphärischen Indie-Pop Bereich eine eigene Nische zu kreieren: Get Well Soon aus Mannheim.

Frontmann und eigentlich Hauptbestandteil dieses Acts ist Konstantin Gropper, der die Songs schreibt und größtenteils einspielt und live von seiner Band unterstützt wird.
Allerdings muss der Fairness halber hinzugefügt werden, dass auch Get Well Soon nicht völlig von sich zum Teil fast aufdrängenden Vergleichen mit Flagschiffen der Alternative-Musik freigesprochen werden können. Das ist aber verschmerzbar, weil erstens die hauptsächlich assoziierte Band keine geringere als Radiohead zu OK Computer Zeiten ist und zweitens weil das ganze Album inklusive dem höchst künstlerischen und liebevollen Artwork ein Gesamtkunstwerk darstellt, welches einen mit auf eine phantasievolle Reise in eine eigene Welt nimmt. Dementsprechend ist dieses Werk inklusive Intro und Outro auch weniger als eine reine Ansammlung von Songs zu sehen sondern als in sich geschlossener Kosmos der Melancholie und Klangphantasie. Höre ich da jemanden „Konzeptalbum“ denken? Ja, durchaus – und das ist in diesem Fall auch gut so.

Diese Reise hält ununterbrochen Überraschungen für den Hörer bereit: Es wimmelt nur so von Einfällen wie plötzlich auftauchenden Mädchenchören ("if this hat is missing i have gone hunting"), ungewöhnlichen Instrumentierungen ("you/aurora/you/seaside") oder der Komplett-Neuinterpretation des Underworld Klassikers "Born Slippy" vom Trainspotting-Soundtrack. Hiermit tut uns der Künstler einen grossen Gefallen, denn das Original fängt ja wahnsinnig grossartig und an um dann nach 90 Sekunden zu einer üblichen, lediglich aus Stampf-Beat bestehenden Dance Nummer zu mutieren. In Get Well Soons Neuinterpretation wird der Song so verkatert-sehnsüchtig zum Ende geführt, wie ich mir das schon immer gewünscht hatte
Sehr positiv fällt auf, dass der Frontmann ein extrem variantenreicher Sänger ist und sowohl bei kopfstimmenlastigen melancholischen Songs ("we are safe inside while they burn down our house") als auch bei sehr tiefen an Post-Country erinnernden Stücken hörenswert klingt.

Aber auch in die traumwandlerischen Sphären des "Kommunen-Folkrock" von Bands wie The Arcade Fire, Stars oder der Musikszene rund um das Saddle Creek Label fühlt man sich bisweilen erinnert wie beispielsweise in "your endless dream", wo diese Assoziation neben der umfangreichen Instrumentierung auch aufgrund der Lead-Gesangseinlage von Konstantins Schwester aufkeimt. Obwohl Get Well Soon eigentlich alleine durch den Frontmann personifiziert werden lebt der Spirit dieser "Band" auch von dem "Big-Family" Eindruck, der durch die ellenlange Gastmusikerbeteiligungsliste im Booklet geprägt wird: Neun Freunde oder Familienmitglieder haben mit den unterschiedlichsten Instrumenten und Stimmen (Cello, Bläser, Klavier…) ihren Teil zu den umfangreichen Klangwelten dieser Platte beigetragen, darunter auch die bekannten Singer/Songwriterinnen Wallis Bird und Maike Rosa Vogel.

Dieses Album ist ein grosses Klangerlebnis und bekommt für das großartige Artwork zwei Bonuspunkte. Die Band spielt demnächst eine Tour in England, darunter das legendäre Glastonbury Festival, was die hier vorhandene Qualität eindrucksvoll untermauern dürfte.
Ähnliche Band: Radiohead
Weitere vergleichbare Bands: The Arcade Fire, Stars
 
meinungen zu der veröffentlichung
02.08.2008 | 08:37 Uhr | Fubuki: 11 Punkte vielleicht bin ich noch nicht drin, selbst nach 30 mal hören und ich weiss nicht ob da noch was kommt. aber selbst wenn nicht, isses n gutes ding.

02.05.2007 | 20:46 Uhr | Fubuki: 11 Punkte mmmmmmmh

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